Cadrage 2016

Die Preisverleihung der Succés-Zürich-Gewinner und der Winterthurer- und Zürcher Filmpreise, hat am 24. November 2016 in Winterthur statt gefunden.

Im Rahmen der jährlichen Verleihung der Zürcher Filmpreise prämiert die Stadt Zürich 2016 fünf Filme: «Raving Iran», «Dem Himmel zu nah», «Das Leben drehen», «Europe, She Loves» und «Schellen-Ursli». Der Winterthurer Kurzfilmpreis geht an «The Way Down to Your Belly». Und die Zürcher Filmstiftung belohnt die grössten Festival- und Kinoerfolge des letzten Jahres mit Succès-Prämien.

Mit der jährlichen Vergabe der Zürcher Filmpreise würdigt die Stadt Zürich mit einer Gesamtpreissumme von 100'000 Franken besondere Leistungen im Bereich des professionellen Film- und Videoschaffens mit künstlerischem Anspruch.

Im Frühjahr 2016 wurden im Kanton Zürich ansässige Autorinnen und Autoren sowie Produzentinnen und Produzenten eingeladen, ihre Filme einzureichen. Die Zürcher Filmkommission konnte in der Folge 26 Beiträge sichten und beurteilen.

Auf Antrag der Filmkommission zeichnet der Stadtrat fünf Filme aus:

  • «Raving Iran» von Susanne Regina Meures (Christian Frei Filmproduktion GmbH)
  • «Dem Himmel zu nah» von Annina Furrer (Recycled TV AG)
  • «Das Leben drehen» von Eva Vitija (Swiss-Dok GmbH)
  • «Europe, She Loves» von Jan Gassmann (2:1 Film GmbH)
  • «Schellen-Ursli» von Xavier Koller (C-Films AG)

Beim Kurzfilmpreis der Stadt Winterthur stellte die Auswahl-Jury der 20. Internationalen Kurzfilmtage aus allen Teilnehmern des Schweizer Wettbewerbs der Kurzfilmtage eine Short-List mit drei Titeln zusammen. Die Wahl fiel schliesslich auf «The Way Down to  Your Belly» von Jonas Meier.

2016 können Erfolgsprämien «Succès Zürich» von insgesamt 890'000 Franken ausgerichtet werden. In der Kategorie Spielfilm erhalten drei Filme Prämien: «Heimatland» (Lisa Blatter, Gregor Frei, Jan Gassmann, Benny Jaberg, Carmen Jaquier, Michael Krummenacher, Jonas Meier, Tobias Nölle, Lionel Rupp, Mike Scheiwiller), «Schellen-Ursli» (Xavier Koller) und «Usfahrt Oerlike» (Paul Riniker). In der Kategorie Dokumentarfilm haben drei Filme die Kriterien erfüllt «Giovanni Segantini – Magie des Lichts» (Christian Labhart), «Dürrenmatt – Eine Liebesgeschichte» (Sabine Gisiger) und «Iraqi Odyssey» (Samir). Als erfolgreichste Kurzfilme wurden «Subotika – Land of Wonders» (Peter Volkart), «Ruben Leaves» (Frederic Siegel) sowie «The Meadow» (Jela Hasler) ermittelt.

Alle Filmpreise und Auszeichnungen wurden anlässlich der «Cadrage 2016» am 24. November 2016 im KinoMaxx in Winterthur verliehen. Während für die städtischen Preise je eine Jury aus der aktuellen Filmproduktion konzeptionell oder künstlerisch   herausragende Arbeiten wählt, werden für «Succès Zürich» die erfolgreichsten Festival- und Kinofilme des vergangenen Jahres mittels eines Punktesystems ermittelt. Diese Gutschriften werden nicht ausbezahlt, sondern müssen in neue, eigene Projekte investiert werden.

Subotika - Land of Wonders

Cadrage 2016 (Succès) - Regie: Peter Volkart
Cadrage: 2016 | Kategorie: Succès

Preis / Auszeichnung:
1. Platz Kurzfilm

Regie: Peter Volkart
Drehbuch: Peter Volkart
1. Platz Kurzfilm
Plakat

Ruben Leaves

Cadrage 2016 (Succès) - Regie: Frederic Siegel
Cadrage: 2016 | Kategorie: Succès

Preis / Auszeichnung:
2. Platz Kurzfilm

Regie: Frederic Siegel
Drehbuch: Frederic Siegel
2. Platz Kurzfilm
Plakat

The Meadow

Cadrage 2016 (Succès) - Regie: Jela Hasler
Cadrage: 2016 | Kategorie: Succès

Preis / Auszeichnung:
2. Platz Kurzfilm

Regie: Jela Hasler
Drehbuch: Jela Hasler
2. Platz Kurzfilm
Plakat

Giovanni Segantini - Magie des Lichts

Cadrage 2016 (Succès) - Regie: Christian Labhart
Cadrage: 2016 | Kategorie: Succès

Preis / Auszeichnung:
1. Platz Dokumentarfilm

Regie: Christian Labhart
Produktion: Kosmos Film GmbH

Drehbuch: Christian Labhart
1. Platz Dokumentarfilm
Plakat

Dürrenmatt - Eine Liebesgeschichte

Cadrage 2016 (Succès) - Regie: Sabine Gisiger
Cadrage: 2016 | Kategorie: Succès

Preis / Auszeichnung:
2. Platz Dokumentarfilm

Regie: Sabine Gisiger
Produktion: Das Kollektiv

Drehbuch: Sabine Gisiger
2. Platz Dokumentarfilm
Plakat

Iraqi Odyssey (3D)

Cadrage 2016 (Succès) - Regie: Samir
Cadrage: 2016 | Kategorie: Succès

Preis / Auszeichnung:
3. Platz Dokumentarfilm

Regie: Samir
Produktion: Dschoint Ventschr

Drehbuch: Samir
3. Platz Dokumentarfilm
Plakat

Heimatland

Cadrage 2016 (Succès)
Cadrage: 2016 | Kategorie: Succès

Preis / Auszeichnung:
1. Platz Spielfilm

Produktion: Contrast Film GmbH

Drehbuch/Regie: Lisa Blatter, Gregor Frei, Jan Gassmann, Benny Jaberg, Carmen Jaquier, Michael Krummenacher, Jonas Meier, Tobias Nölle, Lionel Rupp, Mike Scheiwiller
1. Platz Spielfilm
Plakat

Schellen-Ursli

Cadrage 2016 (Succès) - Regie: Xavier Koller
Cadrage: 2016 | Kategorie: Succès

Preis / Auszeichnung:
2. Platz Spielfilm

Regie: Xavier Koller
Produktion: C-Films AG

Drehbuch: Stefan Jäger
2. Platz Spielfilm
Plakat

Usfahrt Oerlike

Cadrage 2016 (Succès) - Regie: Paul Riniker
Cadrage: 2016 | Kategorie: Succès

Preis / Auszeichnung:
3. Platz Spielfilm

Regie: Paul Riniker
Produktion: Triluna Film AG

Drehbuch: Christa Capaul
3. Platz Spielfilm
Plakat

Kurzfilmpreis Winterthur 2016
Jury Begründung

Durch reduzierte, kraftvolle Bilder kreiert der Filmemacher eine surreale Welt, in der man den eintönigen Lebensstil des schlaflosen Kriminalpolizisten Rob nachempfindet. Lange Einstellungen, eine ruhige Montage und der Soundtrack lassen beim Zuschauer aber keineswegs Monotonie aufkommen, sondern ermöglichen die Erkundung der durchdacht komponierten Bilder und Narration.  Mit Verwunderung und einem Schmunzeln geniesst man, wie die drei Hippies Rob’s Gleichtrott aus den Fugen bringen…

Ganz herzliche Gratulation an Jonas Meier zum Winterthurer Kurzfilmpreis 2016 für seinen Film «The Way Down to Your Belly»!

The way down to your belly

Cadrage 2016 (Winterthur) - Regie: Jonas Meier
Cadrage: 2016 | Kategorie: Winterthur

Preis / Auszeichnung:
Kurzfilmpreis Winterthur 2016

Regie: Jonas Meier
Produktion: Zweihund GmbH

Drehbuch: Jonas Meier
Kurzfilmpreis Winterthur 2016
Plakat

Zürcher Filmpreis 2016
Jury Begründung

«Raving Iran» ist die Geschichte von Anoosh und Arash, die davon träumen, als DJs die Welt zu erobern. Ihr Heimatland Iran bietet dazu kaum oder besser: gar keine Möglichkeit. Die Produktion eines Musikalbums etwa wird zum zermürbenden Spiessrutenlauf. Da erreicht sie unverhofft die Einladung an die Street Parade in Zürich, wo sie sich schliesslich schweren Herzens für das Exil entscheiden. Das Dokumentarfilmdebüt von Susanne Regina Meures, mit dem sie ihren Master an der ZHdK abschliesst, erzählt eine ebenso atmosphärische wie spannungsvolle Geschichte, die uns vom ersten Augenblick an packt und uns unbemerkt mitnimmt, sowohl auf illegale Partys wie beim Gang auf die Ämter. «Raving Iran» gelingt trotz einfachster Mittel – ein Grossteil musste aus Sicherheitsgründen mit Handy gefilmt werden – eine ästhetisch überzeugende Umsetzung. Meures’ Film ermöglicht dabei im Kleinen einen aufschlussreichen Einblick in die iranische Gesellschaft und deren Alltag, in dem eine restriktive Zensur und eine lebensfeindliche Ideologie die Menschen in Schach halten.

Raving Iran

Cadrage 2016 (Zürich) - Regie: Susanne Regina Meures
Cadrage: 2016 | Kategorie: Zürich

Preis / Auszeichnung:
Zürcher Filmpreis 2016

Regie: Susanne Regina Meures
Produktion: Christian Frei Filmproduktion GmbH und ZHdK

Drehbuch: Susanne Regina Meures
Zürcher Filmpreis 2016
Plakat

Zürcher Filmpreis 2016
Jury Begründung

Annina Furrer hat nach dem Selbstmord ihres Bruders – es war bereits der zweite Suizid eines Geschwisters – eine Spurensuche in der Familie unternommen, um herauszufinden, wann denn "Sand ins Getriebe" gekommen sei. Mit ihrem lebensbejahenden Dokumentarfilm verarbeitet sie den Schmerz, und fächert in Gesprächen mit der Mutter und dem Bruder sowie über Briefe, Fotos und Tonbandaufnahmen ihres verstorbenen Bruders eine Familiengeschichte voller Schicksalsschläge auf, welche die Suizide zwar nicht restlos    erklären, aber wenigstens nachvollziehbar machen. Ein klug aufgebauter Film voller intimer Momente, der von grosser Courage der Regisseurin und ihrer Angehörigen zeugt und das Publikum ungemein berührt.

Dem Himmel zu nah

Cadrage 2016 (Zürich) - Regie: Annina Furrer
Cadrage: 2016 | Kategorie: Zürich

Preis / Auszeichnung:
Zürcher Filmpreis 2016

Regie: Annina Furrer
Produktion: Recycled TV AG

Drehbuch: Annina Furrer
Zürcher Filmpreis 2016
Plakat

Zürcher Filmpreis 2016
Jury Begründung

Filmende Väter, die schöne Momente ihres Familienlebens festhalten wollen, kennen viele aus eigener Erfahrung. Die Besessenheit, mit der Joschy Scheidegger, von Beruf Schauspieler und Regisseur beim Schweizer Fernsehen, fast jede Regung seiner Frau und Kinder aufgezeichnet hat, übersteigt das übliche Mass jedoch bei weitem. Entsprechend gigantisch ist das Material, das er bei seinem Tod hinterlassen hat. Eva Vitija, seine Tochter, hat es sich zur Aufgabe gemacht, aus diesem Nachlass einen Film zu drehen. Woher diese Obsession, alles festhalten zu wollen? Wie verändert der ständige Blick durch die Linse die Wahrnehmung? Und was heisst es, ständig gefilmt zu werden? Dies sind nur einige der Fragen, denen Eva Vitija auf ihrer Forschungsreise durch die eigene Familiengeschichte nachspürt. Dass sich der Einblick in familiäre Zusammenhänge und Abgründe für uns Zuschauer nicht nur als unterhaltsam und vergnüglich, sondern auch als spannend, tiefsinnig und emotional aufwühlend herausstellt, ist dem enormen Geschick der Autorin zu verdanken, das vorhandene Material sowie eigene Interviews und Kommentare in eine schlüssige Form zu bringen. Das Leben drehen überzeugt nicht zuletzt deshalb, weil die bewegende Dramaturgie der Ereignisse stets um eine Reflexionsebene ergänzt ist, die über das Persönliche der Familiengeschichte hinausweist.

Das Leben drehen

Cadrage 2016 (Zürich) - Regie: Eva Vitija
Cadrage: 2016 | Kategorie: Zürich

Preis / Auszeichnung:
Zürcher Filmpreis 2016

Regie: Eva Vitija
Produktion: SwissDok GmbH

Drehbuch: Eva Vitija
Zürcher Filmpreis 2016
Plakat

Zürcher Filmpreis 2016
Jury Begründung

Durch den Einblick in den intimen Alltag vier junger Paare seiner eigenen Generation zeigt uns Jan Gassmann eine Momentaufnahme des heutigen Europas. Dabei wagt er nicht nur einen Schritt über unsere Landesgrenzen hinaus, sondern verwebt auch gekonnt visuell starke, ästhetisch-symbolische Bilder mit aus dem Off eingespielten unheilvollen Nachrichten. So lässt uns der Film hautnah die europäische Krise miterleben, von der in der Schweiz kaum etwas spürbar ist. Während seiner Reise durch die Randzonen der heutigen EU sucht der Regisseur nach Gemeinsamkeiten, zieht Parallelen und schafft es dadurch, dem politischen Diskurs über Europa endlich ein Gesicht zu geben.
«Europe, She Loves» ist nicht zuletzt ein radikaler, kontroverser Film, der durch sein visionäres Konzept besticht, polarisiert, lange nachhallt und zum Denken anregt, vor allem darüber, was uns in der heutigen Zeit verbindet – und was uns trennt.

Europe, She Loves

Cadrage 2016 (Zürich) - Regie: Jan Gassmann
Cadrage: 2016 | Kategorie: Zürich

Preis / Auszeichnung:
Zürcher Filmpreis 2016

Regie: Jan Gassmann
Produktion: 2:1 Film GmbH

Drehbuch: Jan Gassmann
Zürcher Filmpreis 2016
Plakat

Zürcher Filmpreis 2016
Jury Begründung

Die Verfilmung des «Schellen-Ursli» durch Xavier Koller verbindet gekonnt die Bilderwelt des populären Bündner Kinderbuchs mit modernster Computertechnik. Insbesondere die Ausstattung sorgt mit viel Detailsorgfalt für eine ungezwungene historische Authentizität. So lässt der Film nicht nur – abseits der eigentlichen Ortschaft – den Charme des Engadiner Bauerndorfs Guarda aufleben. Er setzt auch überzeugend die dramatischen Höhepunkte in Szene, etwa die waghalsige Fahrt des Schellen-Ursli auf der grossen Glocke vom Maiensäss ins Dorf. Die Special Effects ergänzen die Vorlage um Anleihen bei Märchen und Actionfilm und vermögen es, die ursprüngliche Geschichte um den Dorfbuben, der den Chalandamarz schliesslich doch mit der grossen «Plumpe» statt der kleinen Schelle feiern kann, sanft und spannungsreich für ein zeitgenössisches Publikum zu gestalten.

Schellen-Ursli

Cadrage 2016 (Zürich) - Regie: Xavier Koller
Cadrage: 2016 | Kategorie: Zürich

Preis / Auszeichnung:
Zürcher Filmpreis 2016

Regie: Xavier Koller
Produktion: C-Films AG

Drehbuch: Stefan Jäger, Xavier Koller
Zürcher Filmpreis 2016
Plakat


 

 
 
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